OKTOBER 2010

WETTBEWERB BILDUNGSCAMPUS HAUPTBAHNHOF WIEN

Traditionelle Schularchitektur, die auf die Zeit Maria Theresias zurückgeht, basiert auf Kasernenarchitektur, die wiederum Kloster- und Gefängnisarchitektur als Vorbild hatte. Die dadurch entstandenen „normativen Maschinen“, in denen Frontalunterricht als Einweg-kommunikation ausgeübt wurde, waren ein Mittel zur Sicherstellung einer stabilen Gesellschaftsstruktur.
Heute – und in der Zukunft verstärkt – wird die Welt in sozialer, kultureller und
technologischer Hinsicht immer heterogener wahrgenommen. Die Aufgabe der Schule ist es, die zukünftigen Generationen so gut wie möglich in diesem Sinne vorzubereiten, um eine gesunde Entwicklung der Gesellschaft sicherzustellen.
Wie es auch im Ausschreibungstext als Hauptprinzip genannt wird, basiert
zeitgenössischer Unterricht auf Kommunikation und individuellen Erkenntnissen. Die Pädagogen sind nicht wie früher “alte Weise”, die den Schülern ihr Wissen unbearbeitet beibringen, sonder Wegbegleiter, die die persönliche Entwicklung des Kindes ermöglichen. Dadurch wird Lernen ein dynamischer Prozess mit sich kontinuierlich im Wandel befindenden Voraussetzungen. Aufgrund dieser Überlegungen schlagen wir einen Bildungscampus als frei bespielbare „offene Bühne“ vor, die die aktive Gestaltung der Szenografie des Alltages nicht nur ermöglicht, sondern erforderlich macht. Ein Haus für Keime des Möglichen.

Planungsteam:

Architekten Peter Larcher und Lorenzo de Chiffre
Landschaftsplanung: Yewo Landschaftsarchitekten
DELTA Holding GmbH